Die Ausgangslage war alles andere als gut. Das Spiel gegen Lunki am Samstag ging klar verloren, Tschübe reiste bereits ins Skilager ab und war nicht dabei, und Lukas hatte am Abend vor dem Spiel einen Pflichtermin, bei dem übermässiger Alkoholkonsum unvermeidbar war.
Trotzdem wollten wir gewinnen. Bisher gab es drei Niederlagen gegen die Einsiedler, von denen insbesondere das letzte Heimspiel in bitterer Erinnerung geblieben ist: Nach vier Matchbällen im fünften Satz hatten wir noch verloren, was die Einsiedler zum Kommentar "Ja ist denn schon Weihnachten?" veranlasste. Mit einem Sieg konnten wir uns aber nicht nur für diese Niederlage revanchieren, sondern auch dafür sorgen, dass wir die Einsiedler nächstes Jahr mit grosser Wahrscheinlichkeit in der 1. Liga wiedersehen. Und weil uns die Jungs so ans Herz gewachsen sind, war die Motivation auch sehr gross.
Im ersten Satz konnten wir trotz vielen Fehlern auf beiden Seiten einen Vorsprung von 3-4 Punkten erspielen, den wir bis zum Satzende halten konnten. Wie immer waren wir im entscheidenden Moment darauf angewiesen, dass der Gegner einen Fehler macht, um den Satz zu unseren Gunsten zu beenden. Mit einem Einsiedler Angriff ins Aus gewannen wir den ersten Satz mit 25:23.
Der zweite Satz hatte es in sich: Wir führten schnell 8:3 und bei den Einsiedlern schien gar nichts mehr zusammen zu passen: Bernie blockte seinen Gegenspieler zwei mal in Serie auf die Mittellinie (!!) und die Schiedsrichter trafen Entscheide, die man zumindest anzweifeln konnte. Mit einem Schmunzeln sahen wir in der Folge auf der anderen Seite Halsschlagadern, die vor Wut fast platzten. Die Einsiedler konnte sich aber relativ rasch wieder fangen und drehten ein 9:14 in ein 20:16 um. Schliesslich verloren wir den Satz deutlich mit 25:19.
Der dritte Satz verlief lange ausgeglichen. Erst in der entscheidenden Phase konnten wir uns zwei Punkte absetzen. Einsiedeln nahm bei 21:23 noch ein Timeout. Doch es nützte nichts. Wir machten den Sack zu und gewannen den Satz 25:21.
Vor dem vierten Satz war uns allen klar, dass wir diesen unbedingt für uns entscheiden mussten. Bei einer Quote von 0% gewonnener 5. Sätze war das aus statistischer Sicht Pflicht. Leider hinkten wir den ganzen Satz einem Rückstand hinterher und der Glaube an den Sieg in vier Sätzen war kaum mehr vorhanden. Busin forderte im Timeout bei 19:23 den "überraschenden Pass", der schliesslich nicht von Dejan, sondern mit dem ersten Ball aus der Annahme gespielt wurde. Ohne Erfolg. Der Satz war weg.
Im fünften Satz lief wider Erwarten alles für uns. Speziell hervorheben möchte ich zwei Punkte Lukas macht das erste Mal in dieser Saison nach einem Spielunterbruch (in diesem Fall Seitenwechsel) keinen Servicefehler und Sturzi verwertet bei 14:10 den ersten Angriff zum Sieg.
Und was ist die Moral vom Spiel: Weihnachten gibt es eben doch nur ein mal pro Jahr. Siege aber nicht!
#12
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